Immobilienkauf und Unterhalt in Spanien in 2017

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    Rechtsanwältin und spanische Abogada Kristina von Ehren gibt Tips für einen reibungslosen Immobilienkauf in Spanien:

    Zunächst sollten folgende Dokumente stets vorgelegt werden:

    • ein aktueller Grundbuchauszug,
    • die notarielle Erwerbsurkunde,
    • der aktuellste Grundsteuerbescheid,
    • Kopien der N.I.E. Zertifikate,
    • Energiepass (Certificado energético),
    • Bewohnbarkeitsbescheinigung (Cédula de Habitabilidad)
    • und ggf. Baugenehmigungen und Bauabnahme (Final de Obra).

    Für die späteren Ummeldungen wird der Käufer noch die Referenznummern der Rechnungen für Gas, Wasser und Strom benötigen sowie die Gebührenbescheide für Müllabholung und Entsorgung.

    Beim Immobilienkauf fällt für den Käufer die Grunderwerbssteuer an, die abhängig von Wert und Region zwischen 6% und 11% des Kaufpreises beträgt. Handelt es sich um einen Neubau, der direkt vom Bauträger gekauft wird, so zahlt der Käufer an Stelle der Grunderwerbssteuer die Umsatzsteuer von i.d.R. 10% des Immobilienwertes und zudem die sog. Beurkundungs-Steuer (je nach Immobilienwert und Region 0,5 bis 1,5% des Immobilienwerts).
    Bei jedem Eigentümerwechsel von städtischen Grundstücken fällt zudem die gemeind­liche Wertzuwachs­­steuer an, (sog. Plusvalía). Die Höhe dieser Steuer variiert in den Gemeinden. Laut Gesetz trägt der Verkäufer die Plusvalía. Anzuraten ist allerdings, diese Steuer beim Ankauf in einem separatem Scheck auszuweisen und durch den Käufer im Namen des Verkäufers bei der Gemeinde einzuzahlen.
    Der Immobilenverkäufer zahlt beim Verkauf die Ein­kommenssteuer auf den erzielten „Veräusserungs­gewinn“. Für den Verkäufer erfolgt in diesem Zusammenhang bereits beim notariellen Verkauf der Einbehalt einer Quellensteuer (sog. retención) von 3% des Kaufpreises. Der Quellenabzug dient als Anzahlung auf die vom Verkäufer zu zahlende Einkommenssteuer. Der Steuersatz liegt seit 2016 bei 19 % auf den Veräusserungsgewinn.

    Der nicht residente Immobilieneigentümer hat zudem jährlich seinen Immobilienbesitz nach dem Einkommenssteuergesetz für Nichtresidente zu entrichten. EU-Bürger haben erzielte Mieteinnahmen seit 2016 mit 19 % zu versteuern. Bei unvermieteten Immobilien wird die sog. Eigen-Nutzung der Immobilie mit 19 % auf 1,1% – 2% des Katasterwerts besteuert.

    Zudem fällt jährlich die Grundsteuer (Impuesto sobre Bienes Inmuebles) an, die sich auf ca. 0,4 – 1,1 % vom Katasterwert beläuft. Schliesslich ist auch für das Jahr 2017 die Vermögenssteuer zu zahlen. Die Vermögenssteuer wird von den autonomen Regionen unterschiedlich erhoben. Auf den Balearen fällt sie ab einem Wert von 700.000 € an.

    Bei Rückfragen steht Ihnen Rechtsanwältin Kristina von Ehren gern zur Verfügung. >

    Juni 2017, Rechtsanwältin Kristina von Ehren